Eine Schule für alle?

Die FDP wird einem Schulversuch für Billerbecker Kinder nicht zustimmen.

Die Mehrheit im Rat der Stadt Billerbeck hat am 13.07.2010 die Gründung einer „Schule für alle“ begrüßt.

Haupt- und Realschule sollen zusammen gelegt und um einen gymnasialen Zweig ohne Oberstufe erweitert werden. Das dazu vorgelegte Eckpunktepapier der pädagogischen Arbeitsgruppe sieht eine Binnendifferenzierung von der 5. bis zur 8. Klasse im Klassenverband vor. Bei einem binnendifferenzierten Unterricht werden alle Schüler – integrative Schüler, Hauptschüler, Realschüler und Gymnasialaspiranten je Jahrgangsstufe – in einer Klasse unterrichtet.

Die FDP setzt sich wegen der sinkenden Schülerzahlen ebenfalls für die Zusammenlegung der Schulen ein, hat aber als einzige Partei die Binnendifferenzierung in der vorgesehen Form abgelehnt.

Wir sind der Meinung, dass eine Binnendifferenzierung weder für lernschwache noch für lernstarke Schüler optimal ist. Erfahrungen an Grundschulen zeigen, dass schon ab der vierten Klasse die unterschiedlichen Begabungen stark hervortreten und durch eine Binnendifferenzierung kaum noch aufzufangen sind.

Bei begabungsschwächeren Schülern droht Entmutigung und Selbstaufgabe. Leistungsstarke Schüler können vor allem in großen Klassenverbänden nicht optimal gefördert werden und fühlen sich unterfordert. Viele Lehrer der Haupt- und Realschule teilen unsere Meinung. Es bleibt abzuwarten, ob auch alle Eltern das Konzept mit einer Binnendifferenzierung mittragen. Kritische Stimmen zu so einem Schulversuch gab es schon.

Die FDP wird kein Konzept mittragen, das an Lehrern und den Eltern vorbei entwickelt worden ist und in einem Schulversuch mündet.

Es gibt weitere Lösungswege unsere Schulen in Billerbeck zu erhalten, die bislang nicht hinreichend genug untersucht worden sind. Die umliegenden Gemeinden haben ebenfalls sinkende Schülerzahlen zu verzeichnen. Kooperationen wären durchaus denkbar. Offensichtlich sucht die Stadt Billerbeck diesen Weg nicht. Gesprächsangebote sind nicht wahrgenommen worden.

Die FDP wird einem Schulversuch für Billerbecker Kinder nicht zustimmen, bei dem das Ergebnis nicht kalkulierbar ist.

Was geschieht mit unseren Kindern und Schülern wenn der Schulversuch scheitert? Die Antwort ist vorhersehbar. Die Eltern werden ihre Kinder zu Schulen in Nachbargemeinden schicken. Und was wird dann aus der „Schule für alle“ in Billerbeck?


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